Reisebericht Ecuador & Galapagosinseln
Mashpi Lodge im Nebelwald – Galapagos-Kreuzfahrt auf der Hermes – Selva Lodge im Urwald
Sehr geehrte Frau Roman,
Gerne möchten wir Ihnen eine ausführliche Rückmeldung zu unserer Reise nach Ecuador und auf die Galápagosinseln geben. Wir drei waren von dieser Reise insgesamt sehr begeistert und haben eine Fülle eindrucksvoller und bleibender Erlebnisse mit nach Hause genommen. Fast alles hat sehr gut funktioniert. Die Vorbereitung und Organisation durch Handmade Travel waren ausgezeichnet, ebenso die Betreuung vor Ort und insbesondere durch Emma.
Damit unsere Rückmeldung übersichtlich bleibt, möchten wir die einzelnen Stationen unserer Reise nacheinander betrachten: zunächst den Aufenthalt im Nebelwald in Mashpi, anschließend die Aufenthalte in Quito und die verschiedenen Transporte, danach die Galápagos-Kreuzfahrt auf der Hermes, unsere Aufenthalte in der Hacienda Jimenita und in der La Selva Lodge im Amazonas-Regenwald, den Ausflug zum Cotopaxi und schließlich die Stadttour durch Quito. Am Ende möchten wir noch eine zusammenfassende Gesamtbeurteilung geben.
1. Aufenthalt im Nebelwald und in der Mashpi Lodge
Unser Aufenthalt im Nebelwald hat uns sehr beeindruckt. Die Mashpi Lodge selbst ist außergewöhnlich: modern, architektonisch sehr gelungen und auf eindrucksvolle Weise in den Wald hineingebaut. Durch ihre Lage und die großen Fenster eröffnen sich immer wieder großartige Ausblicke in den umliegenden Nebelwald. Besonders schön fanden wir das großzügige Restaurant mit seiner hohen Decke und den großen Fensterfronten. Es vermittelt das Gefühl, mitten in der Natur zu sitzen, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Auch die Zimmer der Mashpi Lodge waren ausgesprochen komfortabel und sehr großzügig bemessen. Gerade angesichts des feuchten Klimas empfanden wir die wirksame Kühlung und Entfeuchtung der Räume als besonders angenehm. Dadurch herrschte im Zimmer jederzeit ein sehr komfortables Raumklima. Auch das Badezimmer war geräumig und hervorragend ausgestattet. Insgesamt bot die Lodge in den Zimmern einen ausgesprochen hohen Komfort, der in diesem Punkt deutlich über dem lag, was wir später in der La Selva Lodge angetroffen haben.
Das Essen in der Mashpi Lodge war ebenfalls hervorragend. Sowohl die Qualität als auch die Präsentation der Speisen waren ausgezeichnet. Wie allerdings auch bei den weiteren Stationen unserer Reise fiel uns auf, dass die Verpflegung insgesamt sehr umfangreich bemessen war. Auf ein ausgiebiges Frühstücksbuffet folgte ein dreigängiges Mittagessen und später nochmals ein drei- oder sogar viergängiges Abendessen. Bei einer solchen Abfolge musste man sich beinahe bewusst zurückhalten, um sich nicht zu überessen. Dies ist natürlich eher ein Zeichen von Großzügigkeit als ein wirklicher Kritikpunkt; dennoch hätten wir gelegentlich auch die Möglichkeit einer kleineren oder leichteren Mahlzeit geschätzt.
Sehr interessant war auch die morgendliche Vogelbeobachtung um 6.30 Uhr auf der Beobachtungsterrasse. Dort zeigte und erklärte jeweils ein Guide die verschiedenen Vögel, die sich in der Umgebung der Lodge beobachten ließen. Dieses Angebot haben wir sehr geschätzt. Auch darüber hinaus haben wir mit großem Interesse an den angebotenen Aktivitäten teilgenommen, die wir gemeinsam mit unserem Privatführer unternahmen.
Während des ersten Teils unseres Aufenthalts wurden wir von einem Guide namens Carlos betreut. Wie bereits während der Reise berichtet, lag sein Schwerpunkt eher auf dem Marschieren und dem Erreichen bestimmter Ziele als auf dem genauen Beobachten und Erklären der Natur. Sein Englisch war leider nur eingeschränkt verständlich, und häufig konnte er uns nicht sagen, wie bestimmte Pflanzen oder Tiere hießen. Auch auf Spanisch gelang es uns nicht, wesentlich mehr Informationen von ihm zu erhalten. Wir hatten zudem den Eindruck, dass seine biologischen Kenntnisse sowohl hinsichtlich der Pflanzenwelt als auch der Tierwelt begrenzt waren. Wissenslücken überspielte er gelegentlich mit einem Lachen oder Kichern, was zwar vermutlich freundlich gemeint war, uns bei unseren Fragen aber natürlich nicht weiterhalf.
In der zweiten Hälfte unseres Aufenthalts wurden wir dann von Anderson betreut. Dies war für uns eine deutliche Verbesserung. Anderson war gut ausgebildet, sprach sehr gut Englisch und konnte unsere Fragen auch auf Spanisch ausführlich beantworten. Besonders bewandert war er in der Vogelwelt, mit der er sich offenbar seit vielen Jahren intensiv beschäftigt. Er konnte uns jedoch auch zu anderen Tieren und Pflanzen interessante Informationen geben. Mit ihm entsprach die Betreuung sehr viel stärker dem, was wir uns gewünscht hatten: weniger das bloße Zurücklegen einer Strecke, dafür mehr genaues Beobachten, Erklären und gemeinsames Entdecken.
Von den angebotenen Aktivitäten gefielen uns vor allem diejenigen, bei denen man auf engem Raum und mit kurzen Wegen besonders viel beobachten konnte. Sehr schön war die Kolibri-Station, an der wir die Vögel aus unmittelbarer Nähe erleben konnten. Auch das Life Center war für uns ein Höhepunkt. Dort sahen wir unter anderem ein Aguti und einen Tukan aus nächster Nähe und hörten die Brüllaffen im Wald. Solche intensiven und unmittelbaren Begegnungen mit der Tierwelt gehörten für uns zu den eindrucksvollsten Momenten des gesamten Aufenthalts.
Auch die Seilbahn Dragonfly fanden wir großartig. Hoch über den Baumkronen schwebend erhält man einen ganz anderen Blick auf den Nebelwald und kann seine Dimension und Dichte besonders gut erfassen. Diese Perspektive war für uns ebenso eindrucksvoll wie die Beobachtungen am Boden.
Weniger entsprachen uns die längeren Wanderungen mit Gummistiefeln auf teilweise sehr steilen, nassen und rutschigen Wegen. Glücklicherweise kamen wir selbst nicht zu Schaden. Während unseres Aufenthalts erlebten wir jedoch, wie eine andere Dame ausrutschte und sich offenbar recht schmerzhaft am Steißbein verletzte. Dies führte uns nochmals deutlich vor Augen, dass solche Wege nicht ohne Risiko sind. Wir wären daher lieber häufiger auf kürzeren Strecken unterwegs gewesen und hätten uns dafür mehr Zeit für Beobachtungen und Erklärungen gewünscht. In der zweiten Hälfte unseres Aufenthalts mit Anderson war dies erfreulicherweise eher möglich.
Besonders interessant fanden wir schließlich die Nachtspaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit. Gerade auf diesen kurzen Wegen konnte man erstaunlich viel entdecken. Wir sahen unterschiedliche Insekten und Heuschrecken und als besonderen Höhepunkt sogar einen Glasfrosch. Diese nächtlichen Beobachtungen haben uns sehr beeindruckt und bestätigten unseren Eindruck, dass man in Mashpi nicht unbedingt lange oder weit marschieren muss, um außergewöhnliche Naturerlebnisse zu haben. Entscheidend sind vielmehr ein aufmerksamer und fachkundiger Guide, ein langsames Tempo und die Bereitschaft, sich auch mit kleinen Entdeckungen intensiv zu beschäftigen.
2. Transport und Qualität der Fahrzeuge
Mit den von Ihrer Partneragentur organisierten Transporten waren wir sehr zufrieden. Die Fahrten mit Marcos und Santiago waren hervorragend. Beide Fahrer waren zuverlässig, angenehm und professionell. Auch die eingesetzten Fahrzeuge befanden sich in einem ausgezeichneten Zustand.
Marcos erklärte uns, dass Ihre Partneragentur vorschreibe, dass die eingesetzten Fahrzeuge nicht älter als vier Jahre sein dürfen und regelmäßig gewartet werden müssen. Diesen hohen Qualitätsanspruch merkte man deutlich: Die Fahrzeuge waren modern, sehr sauber, komfortabel, funktionierten einwandfrei und vermittelten uns jederzeit ein sicheres und angenehmes Gefühl.
Deutlich anders war leider unsere Erfahrung mit den Transporten zur und von der Mashpi Lodge. Diese Fahrten wurden von der Mashpi Lodge selbst koordiniert und über die Agentur Metropolitan Touring vermittelt. Auf der Hinfahrt waren wir in einem Minivan unterwegs. Dieser war zwar bereits etwas älter, insgesamt aber noch in einem akzeptablen Zustand, sodass die Fahrt ohne größere Schwierigkeiten verlief.
Problematisch war dagegen die Rückfahrt von Mashpi nach Quito. Hierfür wurde ein Kleinbus eingesetzt, der bereits bei der Abfahrt an der Mashpi Lodge sichtbare technische Probleme zeigte. Aus dem Motorraum entwickelte sich Rauch beziehungsweise Dampf, und noch auf dem Gelände der Lodge musste Flüssigkeit in das Kühlsystem nachgefüllt werden. Darüber hinaus war das Fahrzeug so schwach motorisiert, dass es auf den steilen Strecken erhebliche Mühe hatte, die Anstiege zu bewältigen.
Auf einer dreispurigen Autobahn kurz vor Quito blieb der Kleinbus schließlich vollständig liegen. Wir mussten bei dichtem Verkehr auf dem Mittelstreifen der Autobahn aussteigen, was für uns eine ausgesprochen unangenehme und aus unserer Sicht auch gefährliche Situation war. Der Fahrer organisierte zwar Hilfe, konnte das Fahrzeug dann aber durch erneutes Nachfüllen von Wasser in das Kühlsystem nochmals zum Laufen bringen. Anschließend brachte der weiterhin mit rauchender beziehungsweise dampfender Motorhaube fahrende Kleinbus sowohl die anderen Gäste als auch uns noch zu den beiden vorgesehenen Stationen in Quito.
Ich habe diesen Vorfall anschließend ausdrücklich an Metropolitan Touring zurückgemeldet. Von Metropolitan Touring wurde mir daraufhin mitgeteilt, die eingesetzten Fahrzeuge würden regelmäßig gewartet und befänden sich jederzeit in einem ausreichend guten technischen Zustand. Diese Einschätzung können wir angesichts unserer konkreten Erfahrung nicht nachvollziehen. Die Probleme waren bereits bei der Abfahrt an der Mashpi Lodge deutlich erkennbar und entwickelten sich anschließend genau in der Weise weiter, die aufgrund der ersten Anzeichen zu befürchten gewesen war.
Gerade im Vergleich mit den ausgezeichneten und sorgfältig gewarteten Fahrzeugen Ihrer Partneragentur wurde der Unterschied sehr deutlich. Wir hätten es sehr geschätzt, wenn auch Metropolitan Touring beziehungsweise die Mashpi Lodge bei den von ihnen vermittelten und organisierten Fahrten ähnlich strenge Qualitäts- und Sicherheitskriterien angewandt hätten, wie dies bei Ihren Partnern offenbar der Fall ist.
Aus unserer Sicht besteht hier ein klarer Verbesserungsbedarf. Insbesondere die Rückfahrt und das Liegenbleiben auf der stark befahrenen Autobahn haben bei uns ein erhebliches Unbehagen ausgelöst. Dies umso mehr, als die technischen Probleme bereits vor der Abfahrt sichtbar waren und damit keineswegs völlig unerwartet auftraten. Eine solche Situation sollte sich bei künftigen Gästen möglichst nicht wiederholen.
3. Aufenthalte im Swissôtel Quito und Vergleich mit der Hacienda Jimenita
Das Swissôtel Quito ist ein modernes, technisch und funktional ausgerichtetes Hochhaus im neueren Teil der Stadt. Es ist sehr gut eingerichtet, ausgesprochen sauber und in allen wesentlichen Bereichen hoch funktional. Aufgrund seines modernen, sachlichen Charakters ist es natürlich kein besonders romantisches Hotel. Seinen Zweck als komfortables und zuverlässiges Stadthotel erfüllt es jedoch hervorragend.
Grundsätzlich waren wir während unserer beiden Aufenthalte dort sehr zufrieden und hatten nur wenige Probleme. Besonders nach der langen Anreise nach Ecuador war es sehr angenehm, in einem Hotel mit einem hohen, international vertrauten Standard anzukommen. Die komfortablen Zimmer, die funktionierende Infrastruktur und die insgesamt professionelle Atmosphäre erleichterten uns den Einstieg in die Reise erheblich. Auch der zweite Aufenthalt war sehr angenehm und komfortabel.
Nicht vollständig zufrieden waren wir mit der Umsetzung der Vorteile, für die ich als Diamond Member bei ALL Accor zusätzlich Punkte eingesetzt hatte. Dies betraf insbesondere die erwartete Berücksichtigung unseres Status und der eingesetzten Punkte bei der Zimmerzuteilung und Betreuung. Da ich mich wegen dieser Angelegenheit bereits separat und ausführlich an das Swissôtel Quito gewandt habe, möchten wir dies in dieser allgemeinen Reiserückmeldung nicht nochmals im Detail ausführen. Abgesehen von diesem Punkt waren die beiden Aufenthalte im Swissôtel jedoch sehr gut.
Im Vergleich dazu waren wir von der Hacienda Jimenita, die wir zu einem späteren Zeitpunkt der Reise besuchten, etwas enttäuscht. Uns fiel auf, dass die Listenpreise des Swissôtel Quito und der Hacienda Jimenita ungefähr in derselben Größenordnung lagen. Gemessen an diesem vergleichbaren Preisniveau war der Unterschied beim gebotenen Komfort und bei der Infrastruktur aus unserer Sicht erheblich.
Die Hacienda Jimenita war zweifellos rustikaler und dadurch auf eine gewisse Weise auch sympathischer und persönlicher als das technisch geprägte Swissôtel. Gleichzeitig wirkte sie jedoch in verschiedenen Bereichen etwas altbacken und in die Jahre gekommen. Die Zimmer und insbesondere die Badezimmer waren deutlich einfacher ausgestattet. Zudem waren die Räume sehr hellhörig, sodass man die Nachbarn ausgesprochen gut hören konnte.
Auch die sanitäre Infrastruktur war wesentlich einfacher. So musste benutztes Toilettenpapier separat in einem Behälter entsorgt werden, während im Swissôtel eine moderne und problemlos funktionierende Kanalisation vorhanden war. Uns ist bewusst, dass solche Unterschiede auch mit der Lage, dem Alter und dem rustikalen Charakter einer Hacienda zusammenhängen können. Angesichts des vergleichbaren Preisniveaus hätten wir dennoch einen höheren Standard erwartet.
Auch das Essen in der Hacienda Jimenita empfanden wir als eher bescheiden in seiner Qualität. Während wir das kulinarische Angebot in der Mashpi Lodge und an anderen Stationen der Reise sehr geschätzt hatten, konnte uns die Verpflegung in der Hacienda Jimenita nicht in vergleichbarer Weise überzeugen.
Insgesamt bot das Swissôtel Quito somit trotz seines eher nüchternen und technischen Charakters aus unserer Sicht das deutlich bessere Verhältnis von Preis, Komfort, Sauberkeit und funktionierender Infrastruktur. Die Hacienda Jimenita hatte zwar mehr rustikalen Charme, konnte diesen Vorteil für uns jedoch nicht ausreichend durch Komfort, Ausstattung oder gastronomische Qualität ergänzen.
4. Galápagos-Kreuzfahrt auf der Hermes
Die Galápagos-Kreuzfahrt auf der Hermes war zweifellos das Highlight unserer gesamten Reise. Die Hermes ist ein äußerst luxuriös ausgestattetes Schiff, auf dem wir uns vom ersten Moment an hervorragend aufgehoben fühlten.
Die Kabinen beziehungsweise Zimmer sind sehr groß und komfortabel. Besonders eindrucksvoll waren die außergewöhnlich großzügigen Badezimmer mit Jacuzzi, Regendusche, zusätzlicher normaler Dusche und zwei Waschbecken. Hinzu kam ein Butler-Service, der uns bei verschiedenen Dingen unterstützte und beispielsweise am Abend den Jacuzzi für die Benutzung vorbereitete. Dieser aufmerksame Service trug wesentlich dazu bei, dass wir den Aufenthalt als besonders komfortabel und erholsam empfanden.
Sehr angenehm war auch das Dampfbad. Nach dem Schnorcheln und einem damit gelegentlich verbundenen Frösteln konnte man sich dort rasch wieder aufwärmen. Daneben verfügt die Hermes über ein kleines, aber feines Fitnessstudio, in dem man sich zwischendurch sportlich betätigen kann.
Auch die großzügige Bibliothek ist grundsätzlich sehr schön gestaltet und bietet einen angenehmen Rückzugsort. Hinsichtlich der sachlichen Literatur über die Galápagosinseln war das Angebot allerdings etwas begrenzt. Nur knapp ein Dutzend Bücher vermittelten wirklich vertiefte Informationen über die Inseln, ihre Tierwelt und ihre Pflanzenwelt. Der größere Teil des Bestandes bestand aus Belletristik oder aus großformatigen Bild- und Kaffeetischbüchern, die zwar schön anzusehen waren, aber nur begrenzt zur inhaltlichen Vertiefung beitrugen. Hier wäre eine größere Auswahl an fundierten Büchern über die Biologie, Geologie, Geschichte und Ökologie der Galápagosinseln eine wertvolle Ergänzung.
Die Hermes ist insgesamt sehr großzügig konzipiert. Auch außerhalb der Kabinen gibt es zahlreiche Bereiche, in denen man sitzen, lesen oder sich zurückziehen kann. Als Gast fühlt man sich deshalb nie bedrängt. Überall finden sich Freiräume, in denen man für sich sein und die Ruhe genießen kann.
Dieses Gefühl wurde sicher noch dadurch verstärkt, dass wir zu Beginn unseres einwöchigen Aufenthalts lediglich zehn Gäste und in der zweiten Hälfte 13 Gäste an Bord waren, während das Schiff für maximal 22 Gäste ausgelegt ist. Dadurch standen uns außergewöhnlich viel Platz und Ruhe zur Verfügung. Angesichts der großzügigen Bauweise der Hermes hätten wir uns jedoch vermutlich auch bei einer höheren Auslastung noch sehr wohlgefühlt.
Besonders angenehm empfanden wir auch den weitgehend pauschalen Charakter des Angebots. Wir konnten uns zurücklehnen, ohne bei jeder einzelnen Leistung darüber nachdenken zu müssen, ob und wie diese zusätzlich verbucht würde. Sämtliche Mahlzeiten, alle nichtalkoholischen Getränke sowie die alkoholischen Standardgetränke waren im Preis enthalten, ebenso die angebotenen Aktivitäten. Zusätzliche Kosten entstanden im Wesentlichen nur für Massagen oder für besondere, von uns nicht bestellte Premiumgetränke.
Diese klare und großzügige Regelung vermittelte uns ein echtes Gefühl der Entspannung. Man musste nicht ständig auf der Hut sein, ob aus einzelnen Angeboten unerwartete zusätzliche Belastungen entstehen würden oder ob man als Tourist bei jeder Gelegenheit zu weiteren Ausgaben gedrängt werden sollte. Dies war für uns ausgesprochen angenehm und trug erheblich zum Erholungswert der Reise bei.
Die Eindrücke unserer Galápagos-Reise waren unglaublich reichhaltig und vielfältig. Die angebotene Kombination aus Landgängen, Fahrten mit dem Dinghi und Schnorchelausflügen war sehr gut gewählt. Die zu Fuß durchgeführten Touren hatten für uns die richtige Länge und wurden sehr schön genutzt, um uns die vielfältige Natur sowie die Fauna und Flora der Galápagosinseln zu zeigen.
Unser Guide Pablo Vargas half uns dabei sehr, sowohl die auffälligen als auch die feineren Besonderheiten besser zu erkennen und einzuordnen. Auch nach acht Jahren Tätigkeit als Guide auf den Galápagosinseln zeigte er noch ein spürbares Feuer für seine Arbeit und eine echte Begeisterung für jede neue Entdeckung in der Natur. Möglicherweise hängt diese besondere Verbundenheit auch damit zusammen, dass er auf der Insel Isabela aufgewachsen ist und sich den Galápagosinseln bereits seit seiner Kindheit eng verbunden fühlt.
Seine Begeisterung war ansteckend. Er vermittelte nicht den Eindruck, ein eingeübtes Standardprogramm zu absolvieren, sondern freute sich selbst über Beobachtungen und Entdeckungen. Dadurch gelang es ihm, auch uns immer wieder neu für die Tiere, Pflanzen und Landschaften zu begeistern.
In der zweiten Hälfte der Woche kam ein zweiter Guide hinzu. Dieser erschien uns deutlich weniger motiviert und engagiert. Wir versuchten deshalb, soweit es möglich war, weiterhin an den von Pablo Vargas geführten Gruppen und Aktivitäten teilzunehmen. Der Unterschied zwischen den beiden Guides war für uns deutlich spürbar und bestätigte erneut, welchen großen Einfluss die persönliche Begeisterung und fachliche Qualität eines Guides auf das Reiseerlebnis haben.
Das Tagesprogramm wirkte auf den ersten Blick teilweise recht gedrängt. Typischerweise fand beispielsweise in der ersten Hälfte des Vormittags ein Landgang statt, gefolgt von einem ungefähr einstündigen Schnorchelausflug. Nach dem Mittagessen und einer Pause folgte häufig ein weiterer Ausflug zu Fuß, mit dem Kanu oder mit dem Dinghi.
Trotz dieses umfangreichen Programms ließ sich der Tagesablauf insgesamt gut bewältigen. Die verschiedenen Aktivitäten ergänzten sich ausgezeichnet. Dadurch konnten wir die Galápagosinseln aus sehr unterschiedlichen Perspektiven erleben: zu Fuß an Land, vom Dinghi aus entlang der Küsten und beim Schnorcheln unter Wasser.
Gerade diese Kombination machte für uns einen wesentlichen Teil des Reizes der Reise aus. Wir konnten Tiere nicht nur aus der Entfernung beobachten, sondern ihnen in ihrem natürlichen Lebensraum außergewöhnlich nahekommen. Beim Schnorcheln schwammen wir mit Meeresschildkröten und Seelöwen und konnten diese Tiere aus nächster Nähe erleben. Sogar die Meerechsen beziehungsweise Marine Iguanas kamen uns teilweise näher, als wir es uns ursprünglich gewünscht hätten. Diese unmittelbaren Begegnungen waren für uns alle drei außerordentlich eindrucksvoll.
Die Hermes würden wir uneingeschränkt weiterempfehlen. Wir könnten uns sehr gut vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt auch den zweiten Teil der typischen Galápagos-Route zu bereisen. Ebenso wäre für uns sogar ein zweiwöchiger Aufenthalt auf der Hermes denkbar. Wir haben uns dort so wohl, so gut betreut und zugleich so reich an Naturerlebnissen gefühlt, dass wir alle drei eigentlich sehr gerne einfach länger an Bord geblieben wären.
Wir waren einfach wirklich begeistert.
5. Aufenthalte in der Hacienda Jimenita
Nach unserer Rückkehr von den Galápagosinseln und der Kreuzfahrt auf der Hermes kamen wir zunächst in der Hacienda Jimenita unter. Ihr größter praktischer Vorteil ist sicherlich die Nähe zum Flughafen. Nach einem kurzen Transfer von ungefähr zehn Minuten waren wir bereits dort, was unmittelbar nach der Rückkehr von Galápagos sehr angenehm war.
Die Hacienda selbst wirkt auf den ersten Blick einladend. Sie liegt auf einem größeren, schön angelegten Grundstück, auf dem sich grundsätzlich auch gut Vögel beobachten lassen dürften. Nach den intensiven Naturerlebnissen im Nebelwald und auf den Galápagosinseln haben wir dieses Angebot allerdings nicht mehr bewusst genutzt, da wir uns zunächst erholen wollten.
Wie bereits im Zusammenhang mit dem Swissôtel erwähnt, ist die Hacienda Jimenita deutlich rustikaler. Das besitzt einerseits einen gewissen Charme und lässt die Unterkunft persönlicher und weniger technisch erscheinen. Andererseits wirkt manches auch etwas altbacken und in die Jahre gekommen. Dies betrifft insbesondere die sanitären Einrichtungen. Die Badezimmer waren relativ einfach ausgestattet, und der Wasserdruck beziehungsweise der Wasserfluss in den Duschen war eher begrenzt.
Auch hier durfte das benutzte Toilettenpapier nicht in der Toilette entsorgt werden, sondern musste in einen separaten Abfalleimer gegeben werden, wie wir es später auch im Amazonas-Regenwald und an Bord eines Schiffes erlebt haben. In einer einfachen, abgelegenen Unterkunft wäre dies für uns durchaus nachvollziehbar. Bei dem Preisniveau der Hacienda Jimenita, das sich nicht sehr weit von demjenigen des Swissôtel Quito entfernte, fiel der Unterschied in der Infrastruktur jedoch deutlich auf.
Die Zimmer selbst waren recht großzügig geschnitten. Die bauliche Ausführung und insbesondere die Schalldämmung entsprachen jedoch nicht dem gleichen Niveau. Die Räume waren ausgesprochen hellhörig, sodass man die Nachbarn deutlich wahrnehmen konnte und mehr von ihnen hörte, als man sich in einem Hotelzimmer üblicherweise wünschen würde. Auch die Privatsphäre war dadurch etwas eingeschränkt.
Das Restaurant war von 6.00 bis 20.30 Uhr durchgehend geöffnet, was grundsätzlich praktisch war. Die langen Öffnungszeiten gingen aus unserer Sicht allerdings nicht mit einer entsprechend hohen Qualität der Küche einher. Das angebotene Fleisch war eher zäh und erschien uns für die gebotene Qualität überteuert. Insgesamt war das Essen zwar essbar, aber wenig bemerkenswert und konnte uns weder qualitativ noch hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses überzeugen.
Bei unserem zweiten Aufenthalt beschränkten wir uns daher weitgehend auf einfachere Speisen wie Pasta, Pizza und Hamburger. Diese waren einigermaßen in Ordnung. Nach unseren vorherigen Erfahrungen verzichteten wir jedoch darauf, weitere Gerichte der Speisekarte auszuprobieren. Gerade im Vergleich mit dem ausgezeichneten Essen in der Mashpi Lodge und auf der Hermes fiel die gastronomische Leistung der Hacienda Jimenita deutlich ab.
In der Gesamtbetrachtung hätten wir uns angesichts des Preisniveaus entweder eine günstigere Unterkunft mit dem tatsächlich gebotenen Leistungsstandard oder aber bei den verlangten Preisen einen höheren Komfort und eine bessere Qualität gewünscht. Der Vorteil der Flughafennähe allein konnte die Einschränkungen bei Zimmern, Badezimmern, Schalldämmung und Gastronomie für uns nicht vollständig ausgleichen.
Es gab allerdings auch mehrere Punkte, die wir ausdrücklich positiv hervorheben möchten. Sehr hilfreich war, dass wir bereits vor beziehungsweise während unserer Galápagos-Kreuzfahrt einen Teil unseres Gepäcks zur Hacienda Jimenita bringen und dort sicher unterstellen konnten. Dadurch mussten wir nicht unser gesamtes Reisegepäck auf die Hermes mitnehmen.
Besonders angenehm war zudem die Möglichkeit, bereits während unserer Kreuzfahrt Schmutzwäsche zur Hacienda Jimenita bringen zu lassen. Als wir nach der Galápagos-Reise dort eintrafen, erwartete uns die Wäsche frisch gewaschen und sorgfältig gefaltet. Dies war organisatorisch ausgezeichnet gelöst und für den weiteren Verlauf unserer Reise ausgesprochen hilfreich.
Ebenfalls positiv war die persönliche Betreuung durch das Personal. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren engagiert, kümmerten sich aufmerksam um unsere Anliegen und vermittelten uns das Gefühl, willkommen zu sein. Dieser freundliche und persönliche Service war eine klare Stärke der Hacienda und hat einen Teil der Schwächen bei Infrastruktur und Gastronomie ausgeglichen.
Insgesamt sehen wir die Hacienda Jimenita daher etwas zwiespältig: Die Flughafennähe, die Gepäckaufbewahrung, der Wäscheservice, das großzügige Grundstück und die engagierte persönliche Betreuung waren sehr angenehm. Gleichzeitig erschienen uns die Unterkunft, die sanitäre Infrastruktur und die Gastronomie gemessen am verlangten Preis zu einfach und teilweise zu sehr in die Jahre gekommen.
6. Aufenthalt im Amazonas-Regenwald und in der La Selva Lodge
Bereits die Anreise zur La Selva Lodge war ein aufregendes Erlebnis und vermittelte uns unmittelbar das Gefühl, nun tatsächlich im Amazonasgebiet angekommen zu sein. Nach dem Flug nach Coca setzten wir unsere Reise zunächst mit einem motorisierten Langboot fort. Die rund zweistündige Fahrt über den Fluss war bereits für sich genommen eindrucksvoll und ließ uns die Weite und besondere Atmosphäre des Amazonasbeckens erleben.
Nach der Ankunft am Landeplatz am Flussufer ging die Reise noch einmal ungefähr 20 bis 30 Minuten mit einem paddelbetriebenen Kanu weiter. Dort wurden wir bereits von unseren Guides begrüßt. Sie brachten uns durch einen wunderschönen, schmalen und geschwungenen Wasserlauf bis zur Lagune der La Selva Lodge. Dieser langsame Übergang vom großen Fluss über den kleinen, von dichter Vegetation gesäumten Wasserweg bis zur Lagune war ausgesprochen stimmungsvoll und eine hervorragende Einstimmung auf unseren Aufenthalt.
Die La Selva Lodge selbst liegt wunderschön am Rand dieser Lagune und ist sehr harmonisch in die umgebende Natur eingebettet. Bereits die Lagune bietet so viele Möglichkeiten für Beobachtungen, dass man dort allein bei einem abendlichen Ausflug vor oder nach Einbruch der Dunkelheit zahlreiche spannende Entdeckungen machen kann.
Als Guide wurden wir von Paul Merino, dem Leiter der Naturführer in der La Selva Lodge, betreut. Er wirkte auf uns sehr erfahren und überdurchschnittlich gut qualifiziert. Er hatte offenbar bereits an verschiedenen anderen Orten und in mehreren Lodges gearbeitet und war dort teilweise auch am Aufbau beziehungsweise an der Konzeption von Lodges beteiligt gewesen. Diese umfassende Erfahrung merkte man ihm während unserer Ausflüge deutlich an.
Paul empfahl uns auch das Buch The New Neotropical Companion von John C. Kricher, das unter anderem als E-Book bei Amazon erhältlich ist und dadurch sofort zur Verfügung steht. Im Rückblick wäre es wahrscheinlich hilfreich gewesen, wenn wir bereits vor der Reise auf dieses Buch aufmerksam gemacht worden wären. Wir hätten uns damit noch gezielter auf die vielfältigen Eindrücke aus der Pflanzen- und Tierwelt des Nebelwaldes und des Amazonas-Regenwaldes vorbereiten und manche Beobachtungen von Anfang an noch besser einordnen können.
Pauls besondere Stärke bestand darin, uns nicht nur einzelne Pflanzen und Tiere zu zeigen und zu benennen. Er erklärte uns anhand konkreter Beobachtungen immer wieder auch die biologischen Zusammenhänge und allgemeinen Prinzipien, nach denen der Regenwald funktioniert. Dabei vermittelte er uns nicht nur Wissen über den Regenwald, sondern machte auch weiterführende biologische Zusammenhänge verständlich, anschaulich und unmittelbar fassbar.
Er zeigte uns zahlreiche bemerkenswerte Pflanzen- und Tierarten und lenkte unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf Dinge, die uns ohne seinen geschulten Blick verborgen geblieben wären. Eine besonders seltene und eindrucksvolle Gelegenheit war die Beobachtung einer Riesenotterfamilie beim Fischfang. In der Dunkelheit sahen wir die Augen von Kaimanen im Licht aufblitzen. Darüber hinaus beobachteten wir verschiedene Affenarten, darunter Brüllaffen, Totenkopfaffen beziehungsweise Squirrel Monkeys und sogar ein Zwergseidenäffchen, auf Englisch Pygmy Marmoset, den kleinsten echten Affen der Welt.
Auch über einzelne Pflanzenarten erfuhren wir sehr viel. Paul erklärte uns deren Besonderheiten, ihre Anpassungen an den Lebensraum und ihre Beziehungen zu anderen Organismen. Dadurch wurde uns immer deutlicher, wie viele Dinge sich im Regenwald verbergen und häufig erst auf den zweiten oder dritten Blick sichtbar werden. Gerade diese zunächst unscheinbaren Einzelheiten erwiesen sich oft als besonders faszinierend.
Paul besitzt zudem ein ausgeprägtes Interesse an der Entomologie. Dank dieses besonderen Blicks auf die kleinere Tierwelt konnten wir auch Erscheinungen wahrnehmen, an denen wir sonst wahrscheinlich vorbeigegangen wären. Er zeigte uns dreidimensionale Spinnennetze mit zahlreichen kleinen Bewohnern, kleine Heuschrecken und viele weitere Insekten. Daneben konnten wir Frösche unterschiedlicher Größe und verschiedener Arten beobachten. Auf diese Weise erhielten wir nicht nur einen Eindruck von den auffälligeren Säugetieren und Vögeln, sondern von der ganzen erstaunlich vielfältigen Welt des Regenwaldes.
Insgesamt vermittelte uns Paul auf sehr anschauliche Weise, wie reich und komplex dieser Lebensraum ist. Seine Erklärungen führten dazu, dass wir nicht nur einzelne Tiere und Pflanzen sahen, sondern ihre Bedeutung innerhalb des gesamten Ökosystems besser verstehen konnten. Dies machte unsere Ausflüge mit ihm besonders wertvoll und hinterließ bei uns einen außerordentlich nachhaltigen Eindruck.
Begleitet wurde Paul von dem lokalen indigenen Guide Dario. Auch Dario war sehr aufmerksam und trug durch zahlreiche interessante Entdeckungen und Hinweise wesentlich zu unseren Erlebnissen bei. Die Zusammenarbeit der beiden funktionierte ausgezeichnet. Wir fühlten uns von Paul und Dario hervorragend betreut und genau in der Weise geführt, die unseren Interessen entsprach. Sie ermöglichten uns viele kleine, sorgfältig ausgewählte und liebevoll erklärte Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt des Amazonasbeckens.
Der Tagesrhythmus in der La Selva Lodge war sehr gut an die natürlichen Bedingungen des Regenwaldes angepasst. Frühmorgens, typischerweise gegen 6.30 Uhr, begann der erste Ausflug, der bis zu vier Stunden dauern konnte. Während der heißen Mittagszeit kehrte man in die Lodge zurück und hatte Gelegenheit zu einer Siesta. Am späteren Nachmittag begann dann gewöhnlich gegen 16.30 oder 17.00 Uhr ein weiterer Ausflug, der bis zum Einbruch der Dunkelheit oder teilweise auch darüber hinaus dauern konnte.
Diese Strukturierung empfanden wir als sehr sinnvoll. Sie erlaubte es, die aktiveren und für Beobachtungen besonders ergiebigen Morgen- und Abendstunden zu nutzen und sich während der größten Hitze auszuruhen.
Wir unternahmen einerseits Ausflüge zu Fuß. Diese Wege empfanden wir im Gegensatz zu den teilweise sehr steilen und rutschigen Wegen in Mashpi als angenehm. Die meisten Strecken waren flach und insgesamt kürzer, sodass genügend Zeit für genaue Beobachtungen und Erklärungen blieb. Andererseits unternahmen wir verschiedene Fahrten mit dem Kanu, die uns noch einmal einen völlig anderen Einblick in den Regenwald und seine Tierwelt ermöglichten.
Sehr eindrucksvoll war auch die frühmorgendliche Vogelbeobachtung von der Aussichtsplattform der La Selva Lodge aus. Dort konnten wir zahlreiche Vögel beobachten und erhielten durch unsere Guides viele hilfreiche Erklärungen. Die Ausbeute an Beobachtungen war sehr groß.
Darüber hinaus besuchten wir einen hohen Aussichtsturm, den man nach einem ungefähr 20-minütigen Fußweg erreichte. Dieser Turm war im Bereich eines der über das Kronendach hinausragenden Baumriesen des Regenwaldes errichtet worden. Von seiner Aussichtsplattform aus konnten wir erneut sehr gut Vögel beobachten. Zugleich erhielten wir dort einen eindrucksvollen Blick auf die sonst vom Boden aus kaum zugängliche Welt des Kronendachs. Diese Perspektive vermittelte uns noch einmal ein ganz anderes Verständnis von der Höhe, Dichte und Vielschichtigkeit des Regenwaldes.
Hinsichtlich des unmittelbaren Naturerlebnisses war der Aufenthalt in der La Selva Lodge möglicherweise sogar der stärkste Eindruck unserer gesamten Reise. Wir konnten uns dort wirklich auf den Rhythmus des Tages und des Regenwaldes einlassen. Sowohl vom Wasser als auch vom Land aus konnten wir die Landschaft, die Pflanzenwelt und die zahlreichen Bewohner des Regenwaldes beobachten und bestaunen. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die hervorragende Führung durch unseren erfahrenen Guide Paul Merino und seinen lokalen Begleiter Dario.
Die Lodge selbst ist sehr stark in die Natur hineingebaut. Die Zimmer besitzen keine geschlossenen Glasfenster, sondern im Wesentlichen nur Moskitonetze beziehungsweise feinmaschige Gitter. Dadurch herrscht im Zimmer praktisch dasselbe Klima wie draußen. Ein Deckenventilator sorgt zwar für etwas Luftbewegung und Kühlung, es gibt jedoch weder eine Klimatisierung noch eine Entfeuchtung, wie wir sie in der Mashpi Lodge erlebt hatten.
Dadurch ist man Tag und Nacht vollständig in die Atmosphäre des Regenwaldes eingetaucht. Die Wärme und Feuchtigkeit bleiben jederzeit spürbar, ebenso die Geräusche der umgebenden Natur. Der Komfort war damit natürlich geringer als in der Mashpi Lodge. Gleichzeitig gehörte genau diese unmittelbare Nähe zum Regenwald aber auch zum besonderen Reiz des Aufenthalts. Wir empfanden die Einbettung der Lodge in die Natur als sehr schön und eindrucksvoll.
Wir hätten uns gut vorstellen können, noch einige Tage länger in der La Selva Lodge zu bleiben. Mit zusätzlicher Zeit hätte man noch mehr Feinheiten der Fauna und Flora entdecken, beobachten und verstehen können. Die Vielfalt des Regenwaldes ist so groß, dass man vermutlich auch bei einem längeren Aufenthalt jeden Tag neue Eindrücke gewinnen würde.
Das Essen in der Lodge war gut, wenn auch aus unserer Sicht nicht ganz auf dem Niveau der Mashpi Lodge. Die Speisen waren reichlich bemessen, von guter Qualität und insgesamt sehr zufriedenstellend. Wie bereits bei anderen Stationen war die Menge der angebotenen Mahlzeiten eher großzügig.
Etwas auffällig war allerdings der teilweise schleppende Service im Restaurant. Sowohl beim Frühstück als auch beim Mittag- und Abendessen mussten wir darauf achten, Getränke möglichst früh zu bestellen, um sie noch zu erhalten, bevor wir mit den Speisen bereits fertig waren. Teilweise entstand der Eindruck, dass das Personal im Service weniger intensiv geschult war, als wir dies in anderen Unterkünften auf unserer Reise erlebt hatten. Dieser Punkt war etwas störend, beeinträchtigte unseren insgesamt sehr positiven Eindruck aber nicht wesentlich.
Ein weiterer besonderer Ausflug führte uns über längere Zeit auf dem Fluss, um die berühmten rosafarbenen Süßwasserdelfine des Amazonas zu beobachten. Die Fahrt mit dem Motorboot dauerte gut zwei Stunden. Schließlich konnten wir tatsächlich ein einzelnes Exemplar sehen. Auch wenn es nur ein Tier war und die Beobachtung entsprechend kurz ausfiel, waren wir davon sehr beeindruckt.
Darüber hinaus bot bereits die lange Fahrt auf dem Fluss zahlreiche weitere interessante Eindrücke. Der Ausflug war nicht im regulären Aufenthalt enthalten und musste zusätzlich bezahlt werden. Aus unserer Sicht hat sich diese Ausgabe jedoch vollumfänglich gelohnt. Wir würden diesen Ausflug jederzeit wieder unternehmen.
Insgesamt waren wir vom Aufenthalt in der La Selva Lodge stark beeindruckt und sehr zufrieden. Die wunderschöne Lage an der Lagune, die unmittelbare Einbettung in den Regenwald, die gut an den Tagesrhythmus angepassten Aktivitäten und insbesondere die ausgezeichnete Betreuung durch Paul Merino und Dario machten diesen Teil der Reise zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Wir würden sehr gerne erneut in die La Selva Lodge zurückkehren und könnten uns dabei sogar einen längeren Aufenthalt gut vorstellen.
7. Ausflug zum Cotopaxi
Nach unserer Rückkehr aus dem Amazonasgebiet nach Quito und unserem erneuten Aufenthalt in der Hacienda Jimenita unternahmen wir am folgenden Tag einen Ausflug zum Cotopaxi. Begleitet wurden wir dabei von Santiago, der von Ihren Kollegen als Fahrer und Guide für uns eingesetzt worden war.
Santiago spricht sehr gutes Englisch, ist gut gebildet und verfügt über ein breites Wissen. Während der Fahrt hatte er sehr viel Interessantes zu erzählen und verstand es, uns sowohl die Landschaft als auch verschiedene Zusammenhänge anschaulich näherzubringen. Die Fahrt in Richtung Cotopaxi und durch den Nationalpark war daher bereits für sich genommen sehr interessant.
Unser Besuch wurde allerdings etwas von den Beschwerden unserer Tochter überschattet, bei denen es sich wahrscheinlich um eine Reaktion auf die große Höhe beziehungsweise eine beginnende Höhenkrankheit handelte. Wir entschieden uns deshalb vernünftigerweise dagegen, noch weiter hinaufzufahren, und beschränkten unseren Besuch auf den Bereich der Laguna de Limpiopungo. Auch wenn wir den ursprünglich denkbaren Ausflug dadurch verkürzen mussten, erhielten wir dennoch einen schönen Eindruck von der besonderen Landschaft rund um den Cotopaxi.
Anschließend fuhren wir zum Mittagessen in eine ausgesprochen gepflegte und stilvolle Lodge. Diese Unterkunft machte auf uns einen sehr guten Eindruck. Ehrlich gesagt hätten wir dort, gemessen an der Atmosphäre, der Pflege und dem erkennbaren Komfort, lieber übernachtet als in der Hacienda Jimenita.
Von dort aus führte Santiago uns über eine abenteuerliche Nebenstraße weiter. Er hatte diese Strecke bewusst anstelle der Autobahn gewählt, damit wir einen besseren und unmittelbareren Eindruck von der Landschaft und der Natur der Region gewinnen konnten. Sowohl die teilweise wilde Beschaffenheit der Straße als auch die umgebende Natur beeindruckten uns sehr. Gerade durch diese bewusst gewählte Route wurde auch die Weiterfahrt zu einem eigenen Erlebnis und vermittelte uns Eindrücke, die wir auf der Autobahn sicherlich nicht in derselben Weise erhalten hätten.
Trotz des aus gesundheitlichen Gründen verkürzten Besuchs am Cotopaxi war dieser Ausflug daher insgesamt sehr interessant. Einen wesentlichen Anteil daran hatte Santiago mit seiner guten Bildung, seinen ausführlichen Erklärungen, seinem sehr guten Englisch und seiner Bereitschaft, die Route an unsere Situation und unsere Interessen anzupassen.
8. Stadtrundgang durch Quito und Fahrt zum Flughafen
Am folgenden und zugleich letzten Tag unserer Reise holte uns erneut Santiago als Fahrer und Guide ab. Zunächst fuhr er mit uns zur Aussichtsplattform bei der Jungfrau von Quito auf dem Panecillo. Von dort aus erhielten wir einen sehr guten Überblick über die historische Altstadt und über die weitläufige Stadt Quito insgesamt. Dieser erste Blick von oben half uns, die Lage und Ausdehnung der Stadt besser einzuordnen.
Anschließend fuhren wir ins historische Zentrum. Dort stellten wir das Fahrzeug in einem Parkhaus ab und erkundeten die Altstadt gemeinsam mit Santiago zu Fuß. Diese Form des Besuchs erwies sich als ideal, da man die Plätze, Straßen, Kirchen und Paläste auf diese Weise sehr viel unmittelbarer wahrnehmen konnte.
Santiago zeigte uns die wichtigsten Kirchen und historischen Gebäude der Altstadt und vermittelte uns viele interessante Informationen zu ihrer Geschichte und Bedeutung. Besonders beeindruckt hat uns die überaus prächtige, von goldenem Barock geprägte Jesuitenkirche. Auch die Kirche und Klosteranlage von San Francisco sowie weitere Kirchen und Paläste der Altstadt hinterließen bei uns einen starken Eindruck.
Quito besitzt eine wunderschöne koloniale Altstadt, die sich hervorragend zu Fuß erkunden lässt. Die Vielzahl historischer Gebäude, Kirchen, Plätze und Fassaden schafft ein sehr geschlossenes und eindrucksvolles Stadtbild. Der Rundgang bildete deshalb einen sehr schönen kulturellen Abschluss unserer zuvor vor allem von Naturerlebnissen geprägten Reise.
Das Mittagessen nahmen wir in einem sehr gepflegten Restaurant mit gutem Essen ein, das offenbar auch von anderen Reisenden und Touristen gerne besucht wird. Die angenehme Atmosphäre und die gute Küche machten dieses Mittagessen zu einem schönen Abschluss unseres Stadtrundgangs.
Danach brachte uns Santiago zurück zur Hacienda Jimenita. Aufgrund unseres umfangreichen Gepäcks wurden wir dort mit einem Minivan abgeholt. Fahrer war Marcos, ebenfalls vermittelt durch Ihre Partneragentur. Auch dieser letzte Transfer verlief zuverlässig und angenehm, und Marcos brachte uns mit unserem gesamten Gepäck sicher zum Flughafen.
Damit endete unsere Reise genauso gut organisiert, wie sie begonnen hatte. Auch am letzten Tag griffen die einzelnen Stationen und Transfers problemlos ineinander, sodass wir uns bis zum Abschluss der Reise gut betreut fühlten.
9. Gesamtbeurteilung
Rückblickend war der gesamte Aufenthalt für uns wunderschön. Es war ein großes Vergnügen, dass die Reise in allen wesentlichen Punkten so gut vorbereitet und organisiert war und dass es zwischen den verschiedenen Stationen keine organisatorischen Brüche gab. Die Transfers, Unterkünfte und Aktivitäten griffen insgesamt sehr gut ineinander, sodass wir uns auf die Erlebnisse konzentrieren konnten und uns nicht selbst um die laufende Organisation kümmern mussten.
Die Reise bot uns eine außerordentlich vielfältige Kombination aus Natur, Tierwelt, Landschaft, Kultur und Erholung. Der Nebelwald von Mashpi, die Galápagosinseln, der Amazonas-Regenwald, die Andenlandschaft rund um den Cotopaxi und die koloniale Altstadt von Quito waren jeweils sehr unterschiedlich und ergänzten sich gerade dadurch hervorragend.
Besonders die Kreuzfahrt auf der Hermes war für uns ein außergewöhnliches Erlebnis und das Highlight der gesamten Reise. Wir würden sehr gerne noch einmal auf die Hermes zurückkehren, möglicherweise für den zweiten Teil der typischen Galápagos-Route oder sogar für einen zweiwöchigen Aufenthalt. Auch in der La Selva Lodge könnten wir uns sehr gut einen erneuten und längeren Aufenthalt vorstellen, um noch tiefer in die Tier- und Pflanzenwelt des Amazonas-Regenwaldes einzutauchen.
Wir würden diese Reise insgesamt sehr gerne wiederholen und uns für einzelne Stationen beim nächsten Mal sogar noch mehr Zeit nehmen. Wir bedanken uns sehr herzlich bei Ihnen und Handmade Travel für die gründliche Vorbereitung, die sorgfältige Zusammenstellung der Reise und die unglaublich reichhaltigen Eindrücke, die uns dadurch ermöglicht wurden.
Ebenso möchten wir die sehr gute Betreuung durch Ihre Partneragentur und insbesondere durch Emma hervorheben. Durch die zuverlässige Begleitung vor Ort, die ausgezeichneten Fahrer und die insgesamt sehr gute Organisation konnten wir uns während der Reise weitgehend zurücklehnen und die vielen Erlebnisse genießen.
Wir drei sind mit einer großen Fülle an Erinnerungen und Eindrücken nach Hause zurückgekehrt. Diese Reise wird uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.
Gruss und Dank
G.H. (August 2026)